MailerLite oder Mailchimp: Was kostet der Newsletter-Versand bei wachsender Liste?
MailerLite oder Mailchimp: Monatspreise bei 5.000 und 25.000 Kontakten, Sendelimits, Serverstandort in der EU und Double-Opt-in im Vergleich.
Kurzantwort
Auf Dauer ist MailerLite bei gleicher Listengröße deutlich günstiger. Laut den Preisseiten vom 7. Oktober 2026 kostet MailerLite Comfort bei bis zu 5.000 Abonnenten $49 im Monat, Mailchimp Standard bei 2.501 bis 5.000 Kontakten dagegen ab $100. Bei 25.000 Kontakten stehen $179 gegen $310. Im ersten Jahr kann Mailchimps Einführungsrabatt von 50 % die Rechnung allerdings umdrehen; er endet nach zwölf Monaten. Zudem nennt MailerLite einen Datenspeicher in der EU, während Mailchimp nach eigenen Angaben seine Server in den USA betreibt und sich über das EU-US Data Privacy Framework absichert.
Alle Preise sind US-Dollar und nicht umgerechnet. Quellen: mailerlite.com/pricing, mailchimp.com/pricing und mailchimp.com/pricing/marketing.


Monatspreise nach Listengröße
| Kontakte | MailerLite Comfort | MailerLite Power | Mailchimp Standard |
|---|---|---|---|
| Bis 500 | $12 | $25 | $20 |
| Bis 5.000 | $49 | $69 | $100 (erstes Jahr $50) |
| Bis 10.000 | $89 | $129 | $135 (erstes Jahr $67,50) |
| Bis 25.000 | $179 | $239 | $310 (erstes Jahr $155) |
MailerLite: Monatspreise ohne Jahresrabatt; bei 500 Abonnenten nennt die Seite für jährliche Zahlung $10,80 (Comfort) und $22,50 (Power). Mailchimp: die Stufen der Seite lauten 2.501–5.000, 5.001–10.000 und 20.001–25.000 Kontakte; die Stufe 500 ist der Startwert des Reglers, und zu den Zwischenstufen haben wir nichts gelesen. Auf Mailchimps Seite steht der Einführungspreis mit dem Zusatz „for 12 months“, danach gilt der höhere Satz.
Zwölf Monate durchgerechnet
Wer ein Jahr plant, sollte den Rabatt wegrechnen. Bei 5.000 Kontakten kostet MailerLite Comfort 12 × $49 = $588. Mailchimp Standard kostet im ersten Jahr 12 × $50 = $600 und danach 12 × $100 = $1.200. Im zweiten Jahr zahlen Sie also mehr als das Doppelte.
Bei 10.000 Kontakten sind es $1.068 gegen $810 im ersten und $1.620 im zweiten Jahr. Bei 25.000 Kontakten $2.148 gegen $1.860 und $3.720. Im ersten Jahr kehrt der Rabatt den Vergleich also um: Bei 10.000 und 25.000 Kontakten ist Mailchimp dann günstiger, bei 5.000 liegt es ungefähr gleichauf. Erst ab dem zweiten Jahr rechnet sich MailerLite klar. Wer ohnehin nur ein Jahr plant, etwa für eine befristete Kampagne, kann den Einführungsrabatt mitnehmen.
Die MailerLite-Werte oben sind Monatspreise. Jährliche Zahlung senkt sie; bei 500 Abonnenten zeigt die Seite $10,80 statt $12, die Jahrespreise der größeren Stufen haben wir nicht gelesen.
Wie viele Mails pro Monat sind enthalten?
Bei MailerLite hängt das Kontingent vom Tarif ab. Der Gratis-Tarif enthält 2.500 E-Mails im Monat bei bis zu 250 Abonnenten, Comfort das Zehnfache der Obergrenze Ihrer Stufe (auf der Stufe bis 5.000 also 50.000 Mails), Power unbegrenzt, sofern die Fair-Use-Regel eingehalten wird. Eine Sendung zählt als eine Mail an einen Abonnenten; die Anzahl setzt sich am Abrechnungstag zurück.
Mailchimp staffelt anders: Auf der Preisseite stehen für Essentials das Zehnfache der Kontaktzahl, für Standard das Zwölffache und für Premium das Fünfzehnfache. Der Gratis-Tarif hat bis zu 250 Kontakte und 500 Sendungen im Monat, höchstens 250 pro Tag; wird eine Grenze überschritten, pausiert der Versand.
Zwei Beispiele. Ein wöchentlicher Newsletter an 250 Kontakte sind im Schnitt 4,33 Sendungen im Monat, also rund 1.083 Mails. Das passt in MailerLite Free (2.500), aber nicht in Mailchimp Free (500). Ein täglicher Versand an 5.000 Adressen sind 30 × 5.000 = 150.000 Mails im Monat. Das sprengt MailerLite Comfort mit 50.000 und Mailchimp Standard mit 60.000. Bei MailerLite führt der Weg zu Power für $69. Was Mailchimp bei Überschreitungen berechnet, steht auf der Seite Additional charges, die wir nicht gelesen haben.
Serverstandort, DSGVO und Double-Opt-in
In der FAQ der MailerLite-Preisseite steht: Der Datenspeicher befindet sich in der Europäischen Union und hat ein ISO-27001-Zertifikat; MailerLite nennt sich DSGVO-konform. Ob das für Ihr Vorhaben genügt, prüfen Sie mit Ihrer Datenschutzberatung.
Mailchimp beschreibt auf seiner DSGVO-Seite, die Server stünden in den USA. Der Datentransfer außerhalb der EU sei weiter erlaubt, wenn die Daten angemessen geschützt sind. Mailchimp nennt die Standardvertragsklauseln als zweite Rechtsgrundlage, die über den Auftragsverarbeitungszusatz automatisch gelten, sowie eine Zertifizierung unter dem EU-US Data Privacy Framework. Mailchimp tritt dabei als Auftragsverarbeiter auf; Verantwortlicher bleiben Sie.
Zum Double-Opt-in schreibt Mailchimp, die DSGVO verlange es nicht, einige Länder, darunter Österreich, Deutschland und Norwegen, aber doch, und es empfehle es für Empfänger in der EU. Das ist eine Aussage von Mailchimp selbst, kein Rechtsrat. Für Ihre Anmeldeformulare heißt das: Bauen Sie eine Bestätigungsmail ein, gleich welchen Dienst Sie wählen, und speichern Sie, wann und worüber sich jemand angemeldet hat.
Was die Tarife jenseits des Preises trennt
MailerLite begrenzt den Gratis-Tarif bei den Automationen auf 3 aktive mit jeweils 5 Schritten, Comfort erlaubt 50 mit je 100 Schritten, Power unbegrenzt viele. Der Gratis-Tarif enthält 1 Website, 1 Landingpage und 3 Formulare, Comfort jeweils 10, Power unbegrenzt. Sendungen über die API und den MCP-Server gibt es nur in bezahlten Tarifen. Teamplätze: 2 (Free), 3 (Comfort), unbegrenzt (Power).
Mailchimp zählt Plätze: Essentials hat 3, Standard 5, Premium unbegrenzt viele. Selbst gebaute HTML-Vorlagen können Sie in Essentials anlegen, aber erst ab Standard versenden. Der Einstiegspreis für 500 Kontakte beträgt $13 (Essentials), $20 (Standard) und $350 (Premium). Zwischen Standard und Premium liegt bei 500 Kontakten ein Faktor von 17,5; wer die Premium-Funktionen nicht braucht, bleibt in Standard.
Von Mailchimp zu MailerLite wechseln
- Exportieren Sie jedes Mailchimp-Publikum als Datei und führen Sie sie zu einer Liste zusammen, damit Doppelte nicht doppelt zählen; die Stufe, die Sie bezahlen, richtet sich nach der Zahl der geladenen Kontakte.
- Starten Sie das MailerLite-Konto im Testzeitraum: Neue Konten bekommen laut FAQ 14 Tage lang Premium-Funktionen, und nach Ablauf bleiben Abonnenten, Automationen und Formulare erhalten.
- Richten Sie die Absenderdomain mit SPF und DKIM ein, bevor die erste Sendung rausgeht. Google verlangt laut seinen Richtlinien für Absender von allen Absendern mindestens eines von beiden.
- Bauen Sie Automationen von Hand nach und prüfen Sie die Schrittgrenzen Ihres Tarifs.
- Setzen Sie die Anmeldeformulare auf Double-Opt-in um und testen Sie sie mit einer echten Adresse.
Wann MailerLite, wann Mailchimp
MailerLite passt, wenn die Kosten bei 5.000 oder mehr Kontakten zählen, wenn Sie einen Datenspeicher in der EU wollen oder viel verschicken und Power mit unbegrenzten Sendungen brauchen. Mailchimp passt, wenn Sie eine Integration aus seiner Liste brauchen (Shopify, WooCommerce, Canva, Zapier, Square, Wix), für ein Jahr vom Einführungsrabatt profitieren oder SMS-Versand ergänzen wollen, den Mailchimp für Bezahltarife in ausgewählten Märkten anbietet.
Weitere Vergleiche: Campaign Monitor und Mailchimp, der englische Vergleich zu MailerLite und Mailchimp, die Übersicht Mailchimp-Alternativen (englisch) und der Leitfaden E-Mail-Broadcasts versenden.
Häufige Fragen
Ist MailerLite günstiger als Mailchimp?
Auf Dauer ja: Bei 5.000 Kontakten kosten Comfort $49 und Standard ab $100 im Monat. Im ersten Jahr kann Mailchimp mit dem Einführungsrabatt gleichauf oder darunter liegen.
Haben beide einen Gratis-Tarif?
Ja. MailerLite Free enthält bis zu 250 Abonnenten und 2.500 Mails im Monat, Mailchimp Free bis zu 250 Kontakte und 500 Sendungen im Monat, höchstens 250 pro Tag.
Wo liegen die Daten bei MailerLite und bei Mailchimp?
MailerLite gibt in seiner FAQ einen Datenspeicher in der EU an. Mailchimp nennt Server in den USA und stützt Übertragungen auf Standardvertragsklauseln und das Data Privacy Framework.
Brauche ich in Deutschland Double-Opt-in?
Mailchimp schreibt, die DSGVO fordere es nicht, Deutschland und einige andere Länder aber schon, und empfiehlt es für EU-Empfänger. Das ist keine Rechtsberatung; klären Sie Ihren Fall mit einer Fachperson.