Ghost oder Substack: Welche Plattform trägt einen bezahlten Newsletter?
Ghost oder Substack für einen bezahlten Newsletter: Gebühren bei 40 bis 150 Abonnenten, Umsatzsteuer über Stripe, Server in Amsterdam, Wechselweg.
Kurzantwort
Substack kostet im Voraus nichts und behält dafür 10 % jeder Abo-Zahlung, Ghost(Pro) berechnet eine feste Monatsgebühr und keine Provision. Auf der Preisseite von Ghost stehen Starter für $15 im Monat (ohne bezahlte Abos), Publisher für $29 und Business für $199, jeweils bei jährlicher Abrechnung und gelesen am 7. Oktober 2026 bei der Stufe von 1.000 Mitgliedern. Rechnerisch ist Ghost Publisher ab etwa $290 Abo-Umsatz im Monat günstiger als Substacks 10 %, denn $29 sind genau 10 % von $290. Darunter lohnt sich Substack, darüber Ghost, sofern Sie den Aufwand für Einrichtung, Theme und Steuerfragen nicht scheuen.
Quellen sind die Preisseite ghost.org/pricing und Substacks Hilfeseite How much does Substack cost?. Alle Beträge sind US-Dollar und nicht umgerechnet. Stripe-Gebühren kommen bei beiden Plattformen hinzu und stehen nicht in den Rechnungen unten.


Was jeder Tarif kostet und enthält
| Frage | Ghost(Pro) | Substack |
|---|---|---|
| Feste Kosten | Starter $15, Publisher $29, Business $199 pro Monat, jährlich abgerechnet | Keine; Veröffentlichen ist laut Hilfeseite unabhängig von der Abonnentenzahl kostenlos |
| Anteil an Abo-Einnahmen | 0 % Ghost-Gebühr in Publisher und Business; Stripe-Gebühren bleiben | 10 % an Substack, dazu Stripe-Gebühren |
| Bezahlte Abos | Erst ab Publisher; Starter hat keine | Ab dem ersten Tag einschaltbar |
| Eigene Domain | Eine Domain im Tarif; Absender von der eigenen Domain erst ab Publisher | Einmalig $50; Mails kommen weiter von einer substack.com-Adresse |
| Mitarbeitende | 1 (Starter), 3 (Publisher), 15 (Business) | Auf den geprüften Seiten nicht genannt |
| Mitglieder pro Tarif | Starter und Publisher bis 1.000, Business bis 10.000, darüber individuell | Ohne Obergrenze genannt |
| Newsletter je Konto | 1 (Starter), 3 (Publisher), 10 (Business) | Nicht geprüft |
Zur Domain bei Substack: Die Hilfeseite zur Custom Domain nennt die einmalige Gebühr von $50 und schreibt, dass Mails weiterhin von „[yoursubdomain]@substack.com“ gesendet werden. Die Zahlen für Ghost über 1.000 Mitglieder hinaus liegen hinter dem Regler der Preisseite; wir haben nur die Stufe 1.000 gelesen.
Drei Rechnungen mit Abo-Umsatz
Ghost verlangt eine Pauschale, Substack einen Prozentsatz. Deshalb entscheidet nicht die Leserzahl, sondern der Umsatz, den Ihre zahlenden Mitglieder erzeugen.
40 zahlende Mitglieder zu $5 im Monat ergeben $200 Umsatz. Substack behält $20, Ghost Publisher kostet $29. Substack ist hier $9 im Monat günstiger, im Jahr $108.
58 Mitglieder zu $5 sind $290 und damit der Gleichstand: 10 % von $290 sind $29, genauso viel wie Ghost Publisher. Der Rest ist Gewohnheit und Ausstattung.
150 Mitglieder zu $6 bringen $900 im Monat. Substack nimmt $90, Ghost Publisher $29, die Differenz beträgt $61 im Monat oder $732 im Jahr. Wächst die Mitgliederzahl auf mehr als 1.000, wechselt Ghost in eine höhere Stufe und der Vergleich verschiebt sich; die Preise dort liest man am Regler der Ghost-Preisseite ab.
Wer nur einen kostenlosen Newsletter ohne Bezahlschranke betreibt, zahlt bei Substack nichts, bei Ghost mindestens $15 im Monat, also $180 im Jahr. Das lohnt sich nur, wenn Ihnen eine eigene Website mit Design und Domain das Geld wert ist.
Server in Amsterdam, Selbsthosting und Datenschutz
Für Leser aus der EU fragen viele zuerst nach dem Serverstandort. Ghost nennt ihn selbst: Laut der Hilfeseite Security and data practices stehen alle Ghost(Pro)-Server in Amsterdam, und Ghost bietet eine öffentlich abrufbare Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung. Ob das für Ihr Vorhaben datenschutzrechtlich genügt, hängt von Ihrer Gesamtkonstruktion ab (Stripe, Zusatzdienste, Newsletter-Empfänger) und gehört in die Hände einer Datenschutzberatung.
Wer die Daten auf einem Server seiner Wahl halten will, kann Ghost selbst betreiben. Die Installationsanleitung für Ubuntu nennt als Voraussetzungen Ubuntu 22.04, 24.04 oder 26.04, NGINX, MySQL 8.0 oder 8.4, Systemd, mindestens 1 GB Arbeitsspeicher und eine registrierte Domain. Der Mailversand an Ihre Leser ist in dieser Anleitung nicht beschrieben; klären Sie ihn vor der Entscheidung. Updates, Backups und Ausfälle liegen dann bei Ihnen.
Zu Substack haben wir den Serverstandort und die Auftragsverarbeitung nicht geprüft. Lesen Sie dessen Datenschutzunterlagen, bevor Sie Leser aus der EU anmelden, statt auf unsere Zusammenfassung zu vertrauen.
Umsatzsteuer bei Abos: wer rechnet, wer meldet
Beide Plattformen wickeln Zahlungen über Stripe ab. Bei der Umsatzsteuer gehen sie verschiedene Wege, und Substack ändert seinen gerade.
Substack: Nach der Hilfeseite Upcoming changes to tax on Substack berechnet, erhebt und führt Substack ab dem 1. Dezember 2026 Umsatzsteuer oder Sales Tax für bezahlte Abos selbst ab, ohne Zusatzkosten und ohne dass Sie etwas einschalten. Bislang lagen Registrierung, Sätze und Meldung bei den Autoren. Sie wählen, ob die Steuer beim Bezahlen aufgeschlagen wird oder im Preis enthalten ist; die zweite Option gibt es nur für Herausgeber außerhalb der USA und Kanadas, und dabei bleibt Ihnen pro Abo weniger übrig. Substack empfiehlt, die Steuer obendrauf zu legen.
Ghost: Die Hilfeseite Stripe Tax Integration (Beta) beschreibt eine Beta-Funktion, mit der Stripe beim Bezahlen den Steuersatz berechnet. Sie müssen Stripe Tax in Ihrem Stripe-Konto einrichten, und Ghost schreibt wörtlich: „No, Stripe does not remit your taxes for you.“ Anmelden und abführen müssen Sie also selbst. Zudem gilt die Berechnung nur für neu angelegte zahlende Mitglieder. Bei Ghost(Pro) schaltet der Support die Funktion auf Anfrage frei, beim Selbsthosting aktivieren Sie sie in der Konfigurationsdatei.
Das ist der größte praktische Unterschied zwischen beiden Modellen: Substack nimmt Ihnen ab Dezember die Steuerabwicklung ab und behält dafür seine 10 %; bei Ghost sparen Sie die Provision und tragen die Steuerpflichten selbst. Wir geben keine Steuerberatung. Klären Sie mit Ihrer Steuerberatung, welche Registrierungen für Ihre Leser gelten.
Zahlungsarten und Abrechnung
Substack nennt auf seiner Kostenseite für Leser in Europa neben Karten auch SEPA-Lastschrift, iDEAL und Bancontact. Die Stripe-Gebühren dafür richten sich nach dem Land Ihres Stripe-Kontos; die Beispiele auf der Seite gelten für ein US-Konto (Karte 2,9 % + $0,30, Stripe Billing für wiederkehrende Zahlungen 0,7 %) und lassen sich nicht einfach auf ein deutsches Konto übertragen. Bei Ghost laufen Zahlungen ebenfalls über Ihr eigenes Stripe-Konto, die Gebühren fallen dort an, und Ghost nimmt laut Preisseite keine zusätzliche Transaktionsgebühr. Die Verbindung richten Sie in der Ghost-Verwaltung ein, die Anleitung zu Stripe führt Schritt für Schritt durch.
Von Substack zu Ghost wechseln
- Stripe zuerst: Wer von Plattformen wie Substack kommt, muss laut Ghost dasselbe Stripe-Konto verwenden. Verbinden Sie es in Ghost unter Einstellungen, Mitgliedschaften, Tarife.
- Liste exportieren: Substack exportiert die Abonnenten als Datei, aber laut Hilfeseite nicht mit Namen. Personalisierte Anreden müssen Sie danach neu aufbauen.
- Import in Ghost: Mitglieder-Import und -Export per CSV gehören zu jedem Tarif. Importieren Sie erst eine kleine Gruppe und prüfen Sie Abmeldungen und Tags.
- Absenderdomain: Eine eigene Absenderdomain gibt es erst mit Publisher. Richten Sie SPF und DKIM ein, bevor Sie den ersten Newsletter schicken.
- Zwei Wochen Doppelbetrieb: Schicken Sie nie dieselbe Ausgabe aus beiden Systemen, aber lassen Sie das alte Archiv online, bis die neue Website indexiert ist.
Wann Ghost, wann Substack
Ghost passt besser, wenn
- Ihre Abo-Einnahmen dauerhaft über etwa $290 im Monat liegen und Sie die 10 % sparen wollen;
- Newsletter und Website unter Ihrem Namen laufen sollen, mit eigenem Theme ab Publisher;
- Sie Server in der EU wollen, entweder bei Ghost(Pro) in Amsterdam oder auf Ihrer eigenen Maschine;
- Sie bereit sind, Stripe Tax selbst einzurichten oder mit Ihrer Steuerberatung zu klären.
Substack passt besser, wenn
- Sie ohne Fixkosten starten und erst bei Einnahmen zahlen wollen;
- Sie die Steuerabwicklung ab Dezember 2026 gern auslagern;
- Ihr Umsatz unter $290 im Monat liegt und Sie keine eigene Website brauchen;
- Ihnen ein Absender mit substack.com-Adresse nichts ausmacht.
Weitere Vergleiche für Autoren: beehiiv gegen Substack stellt eine Plattform ohne Provision gegen Substack, und Buttondown gegen beehiiv vergleicht zwei Alternativen untereinander (englisch). Wer erst klären will, wie oft und an wen er überhaupt versendet, liest den Leitfaden zum Versand von Broadcasts; Einsteiger finden außerdem die Seite E-Mail-Tools für Newsletter (englisch).
Häufige Fragen
Ab wann ist Ghost günstiger als Substack?
Rein rechnerisch ab $290 Abo-Umsatz im Monat, weil Ghost Publisher $29 kostet und Substack 10 % behält. Bei $900 Umsatz sind es $29 gegen $90. Stripe-Gebühren fallen bei beiden an und ändern den Abstand nicht.
Muss ich Ghost selbst hosten?
Nein. Ghost(Pro) ist die gehostete Variante mit Servern in Amsterdam, die ab $15 im Monat beginnt. Selbsthosting ist die Alternative, wenn Sie Server und Daten selbst verwalten wollen; die Installationsanleitung verlangt unter anderem Ubuntu, MySQL und NGINX.
Wer kümmert sich bei bezahlten Abos um die Umsatzsteuer?
Bei Substack ab dem 1. Dezember 2026 laut dessen Hilfeseite die Plattform selbst, ohne Aufpreis. Bei Ghost nutzen Sie Stripe Tax in der Beta-Version; Stripe berechnet die Steuer, führt sie aber nicht für Sie ab.
Kann ich meine Leser von Substack zu Ghost mitnehmen?
Die Adressen ja, die Namen nicht: Substacks Export enthält keine Namen. Bezahlende Leser wechseln nur geordnet, wenn Sie dasselbe Stripe-Konto weiterverwenden, wie Ghost es für Umsteiger verlangt.