Von Clara Whitmore · Aktualisiert am 7. Oktober 2026

beehiiv oder Substack: Wann rechnet sich die Monatsgebühr gegen die 10 %?

beehiiv oder Substack: 0 % Provision gegen 10 %, Tarife Free, Lite und Pro, Gleichstand bei $490 Abo-Umsatz, Listenexport und Wechsel in fünf Schritten.

Kurzantwort

beehiiv verlangt eine Monatsgebühr und keine Provision auf Abos, Substack verlangt nichts im Voraus und behält 10 % der Abo-Einnahmen. Laut beehiiv-Preisseite (gelesen am 7. Oktober 2026, Regler auf 1.000 Abonnenten, jährliche Abrechnung) kostet Lite $49 im Monat und Pro $95; der Free-Tarif reicht bis 2.500 Abonnenten. Wer zahlende Leser hat, fährt mit beehiiv Lite ab $490 Abo-Umsatz im Monat günstiger, denn $49 sind 10 % von $490. Wer kostenlos schreibt oder gerade erst testet, ob jemand zahlt, braucht bei Substack keine feste Ausgabe.

Alle Beträge in US-Dollar. Substacks Gebühren stammen aus der Kostenseite von Substack. Von beiden Seiten kommen die Stripe-Gebühren hinzu.

beehiiv pricing page, captured Oct 2026
Preisseite von beehiiv am 07.10.2026. Quelle: beehiiv.com/pricing.
Substack pricing page, captured Oct 2026
Substack-Seite „Going paid“ am 07.10.2026. Quelle: substack.com/going-paid. Der Rechner zeigte bei der Aufnahme Pfund; wir nutzen nur die Zeile „Writers keep 90% of their revenue minus credit card fees“.

Die beehiiv-Tarife nebeneinander

Free Lite Pro
Preis pro Monat $0 $49 $95
Abonnenten bis 2.500 100.000 250.000
Teamplätze 1 2 10
Publikationen 1 3 10
Rückblick in der Statistik 30 Tage 12 Monate unbegrenzt
Bezahlte Abos nicht aufgeführt ja, 0 % Take Rate ja
beehiiv-Logo entfernen nein nein ja
Webhooks, erweiterte Analytik nein nein ja

Quelle: beehiiv.com/pricing. Die Preise gelten bei jährlicher Abrechnung und 1.000 Abonnenten; die Seite schreibt, jährliche Zahlung spare bis zu 20 % gegenüber monatlicher. Wie sich der Preis oberhalb von 1.000 Abonnenten bewegt, zeigt der Regler der Seite; diese Werte haben wir nicht gelesen.

Was von einem $5-Abo bei jedem Anbieter übrig bleibt

Die Provision ist nur ein Teil der Kosten. Stripe berechnet nach beiden Seiten 2,9 % plus $0,30 pro Zahlung (die Substack-Seite nennt das für US-Karten, beehiiv schreibt „Stripe's standard processing fee of 2.9% + $0.30 per transaction“). Bei einem Abo für $5 sind das $0,145 plus $0,30, also $0,445 oder rund 8,9 % des Preises. Bei Substack kommen 10 % ($0,50) hinzu und für wiederkehrende Zahlungen laut Kostenseite weitere 0,7 % Stripe Billing ($0,035). Zusammen bleiben von $5 etwa $4,02 beim Autor. Bei beehiiv sind es mit $4,555 mehr, sofern Stripe dort keine Billing-Gebühr ansetzt; das schreibt die beehiiv-Seite nicht, und wir haben es nicht geprüft.

Der feste Anteil von $0,30 trifft niedrige Preise am stärksten. Wer $5 verlangt, verliert rund ein Zehntel nur an die Zahlungsabwicklung. Das spricht dafür, lieber eine Jahresoption anzubieten, ganz gleich bei welchem Anbieter.

Drei Szenarien mit Abo-Umsatz

Die Rechnung ohne Stripe-Gebühren, nur die Plattformkosten:

80 zahlende Leser zu $6 im Monat sind $480. Substack behält $48, beehiiv Lite kostet $49. Das ist praktisch Gleichstand, Substack liegt $1 vorn. Der Unterschied liegt dann im Funktionsumfang, nicht im Preis.

300 zahlende Leser zu $5 sind $1.500. Substack behält $150, beehiiv Lite kostet $49, das sind $101 im Monat weniger oder $1.212 im Jahr. Brauchen Sie Pro, etwa wegen des entfernten Logos oder der Webhooks, sind es $55 im Monat Ersparnis.

Kostenloser Newsletter mit 2.000 Abonnenten: beide kosten $0, denn beehiiv Free reicht bis 2.500 Abonnenten. Beim 2.501. Abonnenten verlangt beehiiv einen bezahlten Tarif; der Preis hängt vom Regler ab. Substack bleibt für ein kostenloses Angebot unabhängig von der Listengröße gratis, wie die Kostenseite schreibt.

Wo die Tarife sich unterscheiden, ohne dass es um Geld geht

Wer täglich in die Zahlen schaut, merkt vor allem das Statistikfenster: Free zeigt 30 Tage, Lite 12 Monate, Pro unbegrenzt. Eine Jahresauswertung, etwa zum Vergleich der Sommerausgaben mit denen des Vorjahrs, gibt es also frühestens mit Lite. Mehrere Publikationen im selben Konto gibt es bei beehiiv ab Lite (3), im Free-Tarif genau eine. Für eine Redaktion mit zwei Personen reichen die Teamplätze von Lite, bei fünf Personen brauchen Sie Pro.

Zum Wachstum nennt beehiiv auf seiner Seite zu Recommendations kostenlose Empfehlungen auf allen Tarifen; bezahlte Empfehlungen verlangen Lite oder Pro. Substack kennt ebenfalls Empfehlungen zwischen Autoren, die dessen Ankündigung als nicht algorithmisch beschreibt.

Wo die Free-Grenze endet

Bei beehiiv stoßen Sie an zwei Stellen auf eine Schwelle: Bezahlte Abos gehören zu Lite, ein entferntes beehiiv-Logo zu Pro. Wenn Sie bei 2.000 Abonnenten gratis liegen und erstmals ein Bezahlangebot testen wollen, ist Lite der erste Tarif, den Sie brauchen. Die Preisseite nennt für Lite und Pro eine Testphase ohne Kreditkarte; nutzen Sie sie, um das Bezahlangebot einzurichten, bevor Sie eine Rechnung sehen.

Liste exportieren und wechseln

  1. Prüfen Sie, was im Export steckt: Substack liefert die Abonnenten laut Hilfeseite nicht mit Namen. Wer „Hallo Vorname“ nutzt, braucht eine andere Quelle für die Namen.
  2. Legen Sie die neue Publikation bei beehiiv an und wählen Sie, ob Sie mit Free oder Lite beginnen. Bei über 2.500 Adressen ist Free ausgeschlossen.
  3. Importieren Sie die Liste zuerst in einer kleinen Testgruppe. beehiiv schreibt auf seiner Seite zur Migration „Export your subscribers anytime“; die genauen Importschritte finden Sie in dessen Hilfecenter.
  4. Klären Sie die Absenderdomain und die Bezahlseite: Wer bei Substack zahlende Leser hat, sollte mit beehiiv klären, wie die Abos übergehen; das haben wir nicht geprüft.
  5. Kündigen Sie das alte Konto erst nach der ersten erfolgreichen Ausgabe vom neuen und lassen Sie das Substack-Archiv bis dahin erreichbar.

Wann beehiiv, wann Substack

beehiiv passt, wenn Sie zahlende Leser haben oder bald erwarten und mehr als $490 im Monat umsetzen, wenn Sie mehrere Publikationen oder ein Team führen oder ein langes Statistikfenster brauchen. Substack passt, wenn Sie kostenlos starten und die Gebühr erst bei Einnahmen entsteht, wenn Ihre Einnahmen unter dem Gleichstand liegen oder wenn Sie die Steuerabwicklung der Plattform nutzen wollen, die Substack ab dem 1. Dezember 2026 laut seiner Hilfeseite zur Steuer übernimmt. Zu beehiiv und Umsatzsteuer steht auf der Preisseite nichts.

Wer statt einer Plattform eine eigene Website will, vergleicht Ghost und Substack. Zwei Mitbewerber stehen im englischen Vergleich von Buttondown und beehiiv. Allgemeine Hinweise zum Versand liefert der Leitfaden für Broadcasts, und eine allgemeinere Marktübersicht bietet die Seite E-Mail-Tools für Newsletter (englisch).

Häufige Fragen

Ist beehiiv wirklich kostenlos?

Der Free-Tarif kostet nichts und enthält laut Preisseite unbegrenzte Sendungen, aber nur bis 2.500 Abonnenten und eine Publikation. Bezahlte Abos und Automationen gehören zu Lite.

Nimmt beehiiv eine Provision auf Abos?

Nein, nach den Angaben der Preisseite 0 % auf Abos und digitale Produkte. Stripe berechnet seine übliche Gebühr, die beehiiv mit 2,9 % plus $0,30 pro Zahlung nennt.

Wie viel behält Substack bei $1.500 Abo-Umsatz?

10 %, also $150 im Monat, dazu die Stripe-Gebühren. Bei beehiiv Lite wären es $49 Plattformkosten.

Gehen beim Wechsel die Namen meiner Abonnenten verloren?

Beim Export aus Substack ja, denn die Datei enthält laut Hilfeseite keine Namen. Prüfen Sie vorher, ob Sie die Namen aus einer anderen Quelle ergänzen können.